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Datenschutz-Gedanken à la Susanne

Liebe Empfängerinnen und Empfänger meiner Rundmails/Newsletter - und Andere, die es interessiert,
es war ja wohl klar, daß auch von mir eine Stellungnahme zu „dem Ding“ kommen mußte. Das Ding - die DSGVO, die Europäischen Datenschutzverordnung, die ab 25. Mai 2018 in Kraft tritt. Habt Ihr dazu in letzter Zeit auch schon so viele unterschiedliche eMails bekommen?
 Auch ich habe mich weiter mit den teilweise doch noch recht unklaren Umsetzungsvarianten der neuen Gesetzeslage beschäftigt und mir die Tage mal genau angesehen, was dazu von Anderen in meinem eMail-Postfach so landete…

Also, ich kann nur staunen, wie unterschiedlich damit umgegangen wird.
Mal wurde ich gebeten, kurz zu antworten, mal habe ich hier und dahin klicken müssen, um Newsletter weiter zu erhalten. Dann wieder wurde mir mitgeteilt, daß mein Einverständnis zum weiteren Erhalt von Rundmails/Newslettern gilt, wenn ich mich nicht abmelde. Ich dann also gar nichts zu machen bräuchte. (Diesen Passus, daß man sich jederzeit wieder abmelden kann von meinen Rundmails, verschicke ich allerdings schon seit Jahren sowieso mit JEDER eMail…)

Da gibt es aber auch Kleinunternehmer(innen), die sich mehr Strenge auferlegen als das ein oder andere große Institut (das doch Fachleute dafür bezahlen kann). Riskieren sie bei dieser Vorgehensweise aber nicht, daß viele ihrer mühsam gesammelten Kundendaten nun verloren gehen?
 Wieso? Ganz einfach! - Wie schnell löscht man mal eine eMail, ohne die Betreffzeile auch nur genauer zu lesen, weil man in der nächsten Zeit keine Zeit für das Thema hat. Und man ja weiß, „da kommt eh irgendwann wieder was“…
Da übersieht man schon mal, daß man den Newsletters, den man seit Jahren bekommt, nur weiter erhält, wenn man das nochmal AKTIV bestätigt…

So läuft es doch bei Vielen von uns:
Wir abonnieren einen Newsletter/ eine Info-/Rundmail, schaffen es aber manchmal jahrelang nicht, die Angebote überhaupt genauer durchzulesen geschweige denn wahrzunehmen. Wir melden uns nicht ab, lesen die mails auch kaum oder nur selten. Wir bleiben aber LATENT interessiert. Manchmal mögen wir sie einfach als kurze Unterbrechung in unserem Eingangskorb, wir nutzen sie quasi als Erinnerungsbausteine oder als kleine, willkommene Ablenkung: „Ach, genau, da gibt es noch etwas Anderes als meine (vielleicht gerade langweilige oder mühselige) Arbeit – wie schön!“ etc. Dann werden sie gelöscht oder schnell in einen Ordner „für später mal“ verschoben.
Bei mir z.B. meldete sich 2015 eine Frau (Hi Alda!), die schon 10 Jahre lang in meinem eMail-Verteiler gewesen war, ohne daß ich je weiter von ihr gehört hätte. Dann kam eines Tages der Anruf, sie wolle die Ausbildung machen - und brachte gleich noch eine Freundin mit! So kann’s gehen.

 Das mit der DSGVO ist eigentlich keine schlechte Sache –
und auch ich schaue erst seit ein paar Wochen genauer hin und beginne besser zu verstehen, wie oft wir auf den Datenautobahnen unsere Spuren und Informationen hinterlassen und wo sie überall gespeichert werden. Und wie wir wissen, KANN damit echt Schindluder getrieben werden. Gut also, daß man nicht mehr Allen alles durchgehen läßt!

 ABER…
Tatsache ist auch, daß „wir Kleinen“ davon genauso betroffen sind wie „die Großen“ und wir momentan den Eindruck haben von einem Tsunami an Bürokratie überrollt zu werden, vor dem wir uns kaum noch retten können. Ich habe schon Leute stöhnen hören: „Dann schalte ich halt meine Website ab oder verschicke keine Newsletter mehr – das macht ja alles keinen Sinn mehr!“ - Interessant nicht wahr? Ist das der Anfang von einem Prozeß, wo sich das Internet selbst abschafft? Oder es – rechtlich gesehen - nur noch von großen Firmen und ihren Rechtsanwälten genutzt werden kann?
 Na, ich denke, ganz so schlimm wird es wohl nicht werden, denn „einem nackten Mann greift man nicht in die Taschen“, wie es so schön heißt. Denn welche Aufsichtsbehörde hat schon ein Interesse daran - geschweige denn den Nerv - , das große Heer der Kleinunternehmer unserer Wirtschaft zu durchleuchten und durch Geldbußen lahm zu legen, nur weil die ein oder andere Vorschrift (noch) nicht perfekt umgesetzt wurde?

 Auch ich habe die Datenschutzerklärungen für meine Websites soweit aktualisiert, wie es mir bis dato möglich war. War schon ziemlich viel Arbeit und es fehlen auch noch ein paar Krümel und ich habe oft geflucht dabei!! Das muß für's Erste genügen - es reicht jetzt wirklich. Hoffe, daß „die liebe Seele (der Aufsichtsbehörde) damit ihre Ruhe hat" -  bzw. hätte. ;-)
Schaut gerne mal rein, wenn Ihr gerade nichts Besseres zu tun habt - ich habe selbst gestaunt, was mir dazu alles auf- und eingefallen ist: http://www.malen-bewegt.de/240.html
 Für gute Tipps bin ich natürlich nach wie vor empfänglich.